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Mit Schwalbe, Spatz und Star an die Ostsee
Welzower Mopedgang pflegt Kult auf zwei Rädern

von Andrè Kurtas

Welzow.Die alten Simson-Mopeds vom Schlage der S 50, Schwalbe, Star oder Spatz waren einst DDR-Kult, aber in den vergangenen Jahren fast schon in Vergessenheit geraten. Doch seit einiger Zeit widmen sich junge Männer aus Welzow ganz intensiv den Vertretern sozialistischer Zweiradtechnik.
Immer mehr ließen sich die Welzower von dem Kult um die Suhler Zweiräder anstecken. Am heutigen Montag starten sie von Welzow aus mit ihren Mopeds zu einer Abenteuer-Urlaubsfahrt an die Ostsee.„Schon seit .einigen Wochen bereiten wir uns auf unsere 420 Kilometer lange Tour intensiv vor", erzählt „Schwalbe-Reiter" Sven Sobioch. Der 27-Jährige nennt eine blaue Schwalbe vom Baujahr 1964 sein Eigen. Schon seit rund zwei Jahren trifft sich die Welzower Mopedgang regelmäßig zum Basteln und zum Erfahrungsaustausch an einer Garage. So manche Ausfahrten haben sie schon gemeinsam unternommen. „Das geht natürlich bei den alten Maschinennicht immer ganz ohne Pannen über die Bühne, aber das Schrauben gehört nun einmal zu diesem Hobby dazu, das macht ja erst den Reiz bei der ganzen Sache aus", so Dominik Stolzenburg (29). Diverse Ersatzteile besorgten sie sich über das Internet oder bei Teilemärkten, das sei überhaupt kein Problem, so die Mitglieder der Mopedgang zu der neben Welzowern auch Neupetershainer oder Proschimer gehören. Wenn man so in der Gruppe durch die Lande fährt, verspüre man schon wie das ganze Moped vibriert und der Hintermann langsam im Rückspiegel verschwimmt. Dennoch sei es ein unbeschreibliches Glücksgefühl, auf solch einem Moped dahinzuschweben, sind sich die Mopedfahrer sicher. Jedes der Mopeds befindet sich zwar fast im Originalzustand, ist aber farblich und technisch gesehen ein Unikat. „Wir haben unsere Maschinen mitunter schon etwas aufgetunt", erzählt Marke Schöne (34).
Vom einzigartigen Simson-Sound sind auch Andreas Hussock (27) und Markus Krahl (21) begeistert. „Unser Ziel ist der Campingplatz in Karlshagen. Wir schätzen das wir mit diversen Pausen so nach etwa 12 bis 15 Stunden oben an der Ostsee sein werden", so die Mopedfreaks. Diverse Ersatzteile wie beispielsweise Zündkerzen hat man für den Fall de Fälle natürlich mit im Gepäck. Markus Krahl will gleich einen kompletten Motor mitnehmen. „Man weiß ja nie", so der junge Mann. Auf jeden Fall könne man an diesen alten Fahrzeigen noch vieles selbst reparieren. „Unser Motto lautet: Mit Hammer, Zange, Draht, kommst du bis nach Leningrad", so die Welzower Mopedgang. Ganz soweit wird die große Urlaubsfahrt zwar nicht gehen, dennoch werde es sicherlich eine ganz spannende Fahrt werden.
Im Begleitauto haben die jungeMänner ihr Gepäck und ihre Zelte verstaut. „Wir werden mit einer Reisegeschwindigkeit von etwa 50 in Richtung Ostsee rollen. Pro Tank schaffen wir rund 200 Kilometer", so der 28-jährige Henry Dabow, der auf einer UPS-braunen Schwalbe, schraubt, die Tour in Angriff nehmen will. Auch bei Regen wollen sie das Abenteuer und ihre Tour an die Ostsee in Angriff nehmen. Für die Zweirad-Enthusiasten gibt es nichts Schöneres als das Geknatter ihrer DDR-Kult Mopeds.
akul